Nähen und Schneidern

Das Projekt Schneidern und Nähen wird von der Modellschneiderin Nicole Rossa geleitet

„7 auf einen Streich“

Neben ihrer angeblichen Lernbehinderung und ihrer Aussonderung in so genannten Förderschulen ist den angesprochenen Schülern ein desolates, anregungsarmes familiäres Umfeld gemein.

Dies wird auch nicht durch die Angebote der Schule aufgefangen. Ohne entsprechende außerschulische Angebote haben die Jugendlichen kaum eine Chance, sich aus ihrem durch Phlegma, Schwerfälligkeit, Antriebsarmut und Fernsehkonsum geprägten Alltag zu befreien.

Die ausgewählte Zielgruppe setzt sich aus SchülerInnen der Förderschule Lernen zusammen. In dem geplanten Projekt werden Lerngelegenheit bereit gestellt, die keinen direkten schulischen Kontext haben, jedoch erfahrbar machen, dass lebenslanges Lernen und Weiterbildung sowie Aneignen von Fähigkeiten wichtig, notwendig und bereichernd sind.In jedem Fall wird durch kreative Anregung wieder ein natürliches Lernbedürfnis geweckt.

Qualifizierung für das tägliche Leben durch Hilfe zur Selbsthilfe – ein emanzipatorischesProjekt. Hinführung zu kreativer Arbeit.

Das Konzept des Projekts ist ausgerichtet auf Mitarbeit, Mitverantwortung und Mitbestimmung u.a. durch:

  • Vermittlung von Wissen
  • Aufbrechen verfestigter Leistungsverweigerungshaltung
  • Stärkung des Durchhaltevermögens / Überwindung von Antriebsschwächen
  • Bewusstmachen eigener Stärken
  • Wecken und Fördern der Sinne, der Kreativität
  • Entdecken unbekannter Potentiale
  • Entwicklungsimpulse geben
  • Aufbau von Verantwortungsbereitschaft

Der Nähkurs wird geleitet von einer staatlich geprüften Bekleidungstechnikerin, die ihre Tätigkeit als Schneiderin und Ausbilderin in der Bekleidungsindustrie hat und in Wuppertal ein eigenständiges Atelier unterhält.

Die Grundidee zu einem solchen Projekt entstand in Gesprächen mit den im Kinderhaus anwesenden Mädchen über Sommer- und Freizeitmode und wie einfach es sein kann, sich selber etwas zu nähen und welche Berufsideen daraus entstehen können.

Der Lernprozess geht über das Nähen hinaus, wenn die Überlegung ansteht, das gefertigte Produkt zu verkaufen: z.B: Einkaufstaschen, Nadelkissen, diverse Accessoirs. Hier lernen die Mädchen zu kalkulieren und sich auf die aktuellen Besonderheiten und Bedürfnisse einer Käuferschaft einzustellen.